Schalungssysteme von ULMA sorgen für sicheres und wirtschaftliches Arbeiten
In Mönchengladbach wächst derzeit auf einer Fläche von etwa 52.000 m² das neue Polizeipräsidium der Stadt in die Höhe. Der Gebäudekomplex an der Krefelder Straße soll dem Polizeipräsidenten sowie etwa 760 Beamten Platz bieten. 

Untergebracht werden die Polizeiwache Mönchengladbach sowie der Führungs- und Lagedienst mit Leitstelle, die achte Bereitschaftspolizeihundertschaft und die Diensthundeführerstaffel, außerdem die Kriminaltechnische Untersuchung, das Polizeigewahrsam, eine Fortbildungseinrichtung sowie eine Kantine mit etwa 220 Sitzplätzen. Zudem entstehen auf dem Gelände 441 Kfz-Stellplätze. Bauherr und Projektleiter des Vorhabens ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Duisburg, mit der Projektsteuerung wurde die Essener Cocema International GmbH betraut. Für die Generalplanung verantwortlich sind Funke + Popal Architekten, Oberhausen; mit der Erstellung des Rohbaus inklusive Erd- und Fundamentaushub sowie späterer Arbeitsraumverfüllung, Mauerwerksbau, Verlegung von Grund- und Elektroleitungen und Klinkerarbeiten beauftragt wurde die Leonhard Weiss GmbH & Co. KG, Langen. Erstellt wird der fünfgeschossige Funktionsbau in Ortbetonbauweise in Kombination mit Betonfertigteilen und Verbundträgern aus Stahl, insgesamt werden rund 17.000 m3 Beton und 2.300 t Stahl verbaut. Die Schalungssysteme für die Erstellung von Wände und Decken liefert die ULMA Betonschalungen und Gerüste GmbH. Zum Einsatz kommen die ORMA-Rahmenschalung, das Deckenschalsystem ENKOFLEX sowie Klapparbeitsbühnen KAB.


Neubau statt Sanierung
Schon aus der Entfernung erkennt man die drei Hochbaukrane, die den Materialfluss auf der Baustelle an der Krefelder Straße in Mönchengladbach-Neuwerk sicherstellen. Erste Pläne für ein neues Polizeipräsidium hatte die Stadt Mönchengladbach schon Mitte der 70er Jahre geschmiedet, doch lange Zeit blieb es bei der guten Absicht. Mittlerweile ist das bislang genutzte Gebäude an der Theodor-Heuss-Straße heutigen Ansprüchen gleich in mehrfacher Weise nicht mehr gewachsen – Teile des Bauwerks weisen Feuchteschäden auf, auch mit Blick auf den Brandschutz entspricht das zu Teilen unter Denkmalschutz stehende Gebäude aus den späten 30er Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr aktuellen Erfordernissen. Vor allem aber platzt das Gebäude aus allen Nähten. Da der bislang genutzte Bau um rund 2500 m² zu klein ist, musste ein Kommissariat ausgelagert werden, je nach Bedarf müssen zusätzliche Räume angemietet werden. Da eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes nicht möglich war und eine Sanierung der schadhaften Gebäudeteile mit hohen Kosten verbunden ist, fiel der Entschluss zugunsten eines neuen Präsidiums. Der neue, rund 135 m lange und 55 m breite Komplex wird zwei Innenhöfe haben. Einer davon wird öffentlich zugänglich sein, der andere wird von der Polizei intern genutzt werden. Im Untergeschoss werden Technik und Fahrzeugwartung untergebracht sein, das Erdgeschoss bietet unter anderem Platz für den Gewahrsamsbereich. Drei Obergeschosse bieten Platz für Diensträume, die individuell auf die Bedürfnisse der im Gebäude untergebrachten Polizeieinheiten abgestimmt werden. Auf die Krefelder Straße als Standort für einen Neubau geeinigt hatten sich die Stadt und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW zwar bereits im Jahr 2010, die ersten Bagger rollten aber erst 2013 aufs Gelände. Zunächst musste ein Gebäude auf dem Grundstück entkernt und abgerissen werden, im Sommer 2014 wurde mit der Baustelleneinrichtung begonnen und der Grundstein gelegt. Im August 2015 soll der Rohbau inklusive verklinkerter Fassade stehen. Die Übergabe des fertigen Gebäudes an die Polizei ist für 2016 geplant.


Flexibel und wirtschaftlich
Der Entwurf der Oberhausener Architekten Funke + Popal setzt auf eine Kombination aus Ortbeton, Fertigbauteilen und Verbundträgern aus Stahl. Treppenläufe, Brüstungen und Attiken werden in Fertigbauteilweise erstellt. Leonhard Weiss-Bauleiter Dipl.-Ing. (FH) Christian Broich weist auf eine Besonderheit hin: „Die Fertigteilbrüstungen und -attiken werden vor Ort hergestellt, auf dem Baufeld haben wir extra den hierfür erforderlichen Platz geschaffen.“ So sei man im Bauablauf autark und könne jederzeit Anpassungen vornehmen. Flexibilität war auch einer der Gründe, die den Ausschlag zugunsten von Schalungssystemen der ULMA Betonschalungen und Gerüste GmbH gaben. Im Vorfeld hatten Einkauf und Arbeitsvorbereitung verschiedene Angebote mit Blick auf Eignung der jeweils angebotenen Schalung sowie auf deren Wirtschaftlichkeit geprüft. Ergebnis: Die Schalung von ULMA erfüllte sämtliche technischen Anforderungen, und auch der Preis überzeugte. „Gerade großflächige Bauteile lassen sich mit den ORMA-Elementen von ULMA schnell und wirtschaftlich einschalen“, erläutert Dipl.-Ing. (FH) Andreas Abdul, Niederlassungsleiter Süd, ULMA Betonschalungen und Gerüste GmbH. Das 0,30 bis 2,40 m große Breitenraster der in den Höhen 1,20 m, 2,70 m und 3,30 m lieferbaren Elemente ermöglicht eine individuelle Anpassung der Schalung an die Erfordernisse vor Ort. Charakteristisch für die ORMA-Schalung ist der 12 cm dicke, umlaufende Stahlprofilrahmen, der an den Ecken verstärkt ist. „Die Systemlogik ermöglicht einen wirtschaftlichen Einsatz unterschiedlicher Elementgrößen – sowohl vertikal als auch horizontal“, so Abdul, „die einzelnen Elemente werden mit Richtspannern zu Schaleinheiten verbunden“. Die in Mönchengladbach aus Ortbeton erstellten Wände und Decken mussten zwar nur die SB-Klasse 2 für normale gestalterische Anforderungen erfüllen, grundsätzlich eignet sich der Schalbelag der Elemente allerdings auch bei hohen Ansprüchen an die Oberfläche. Zunächst besprachen Bauleiter Broich und Polier Stephanus Schwan die technischen Abläufe. Danach erstellten Jochen Theuerkaufer, Abteilung Arbeitsvorbereitung bei Leonhard Weiss, und Broich Taktpläne für die Erstellung von Fundamenten, Wänden und Decken, anschließend wurden die Elemente bestellt. Broich: „Mit Fortschreiten der Fundamenterstellung für die ersten Gebäudetrakte werden bereits Wände und Decken erstellt – ein Ablauf, der optimalen Materialeinsatz und optimale Koordinierung der verschiedenen Gewerke sicherstellt.“ Für die Erstellung der Decken kommt die Deckenschalung ENKOFLEX zum Einsatz. Die einfach und schnell zu montierende Schalung besteht nur aus wenigen Elementen. Das sind im Wesentlichen Holzschalungsträger VM-20, Stützenköpfe, Schaltafeln und die jeweilige Unterstellung, in diesem Fall Stahlrohr-Deckenstützen EP.


Das Plus an Sicherheit
Bei der Schilderung der Bauabläufe ist Bauleiter Broich auch das Thema Sicherheit sehr wichtig: „Die wird bei uns großgeschrieben.“ Das von Broich und Schwan in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Arbeitsvorbereitung entwickelte Sicherheitskonzept für die Baustelle werde dementsprechend konsequent umgesetzt. So stellen zum Beispiel die teils deutlich unterschiedlichen Geometrien der Rohbau-Trakte eine besondere Herausforderung dar. An zahlreichen Stellen können keine herkömmlichen Arbeitsgerüste aufgebaut werden, zur Sicherung kommen stattdessen unterschiedliche Systeme zum Einsatz. Unter anderem setzt man auf die Klapparbeitsbühne KAB von ULMA. Die komplett vormontierte Bühne wird einfach vor Ort aufgeklappt und im Fußbereich mit einer Steckschiene versehen. Das als Schutzgerüst oder zum Schalen im Randbereich von Bauwerken einsetzbare Element wird mittels Einhängeschuhen aufgehängt, am Bauwerk befestigt werden die Schuhe mit Gewindehülsen DW26 und Sechskantschrauben.

Bislang gestalten sich die Abläufe auf der Baustelle in Mönchengladbach reibungslos, mit den Produkten und dem Service von ULMA zeigen sich sämtliche Baubeteiligte zufrieden. ULMA-Niederlassungsleiter Andreas Abdul bringt den eigenen Anspruch auf den Punkt: „Wir sehen uns als den idealen Baupartner, wenn es darum geht, vernünftige Schalsysteme zu einem wirtschaftlichen Preis in jeder gewünschten Menge auf die Baustelle zu liefern.“ Auch am linken Niederrhein bewährt sich das Gesamtpaket aus praxiserprobten Produkten und reibungsloser Logistik in diesen Tagen – alle Beteiligten sind zuversichtlich, dass die Übergabe des neuen Präsidiums wie geplant im nächsten Jahr stattfinden kann.

 

Eine Lösungen für alle vertikalen Bauteile: die Rahmenschalung ORMA.

 

Die Befestigung der Bühne erfolgt mittels Gewindehülsen DW26 und Sechskantschrauben.

 

Deckenschalung ENKOFLEX mit Deckenstütze EP.

 

Das System ORMA ist für die Aufnahme hoher Frischbetondrücke konzipiert und vom deutschen GSV gemäß den entsprechenden Richtlinien zertifiziert.