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Schnell und zuverlässig geklettert: Zurzeit errichtet die Ed. Züblin AG, Direktion Mitte, Bereich SF 2, ein Bürohochhaus am Katharinenkreisel in Frankfurt am Main. 


Klettern – weil es schneller geht
 
Mit dem St. Martin Tower wird in Frankfurt am Main ein Bauvorhaben im Umfang von 46,5 Mio. € realisiert, das in vorbildlicher Weise Nachhaltigkeit und Effizienz miteinander verbinden soll. Als Generalunternehmer für die schlüsselfertige Erstellung des für ein „Green Building“-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) angemeldeten Bürokomplexes am Katharinenkreisel fungiert die Ed. Züblin AG, Direktion Mitte, Bereich SF 2. Für die Erstellung des 18-geschossigen Rohbaus hat das ausführende Unternehmen Schalungssysteme der ULMA Betonschalungen und Gerüste GmbH eingesetzt. Neben der Wandschalung ORMA und der Stützenschalung F4 hat in erster Linie ein leistungsstarkes Baukastensystem rund um die Kletterkonsole CR-250 dazu beigetragen, den durch drei Bombenfunde zeitlich stark gestörten Bauablauf wieder auf den Stand zu bringen. „Im September 2012 wurde die Ed. Züblin AG, Direktion Mitte, Bereich SF 2, zusammen mit dem Bereich Roh- und Ingenieurbau mit der schlüsselfertigen Erstellung des Bürogebäudes ‚St Martin Tower’ in Frankfurt am Main beauftragt“, erklärt Projektbauoberleiter Dipl.-Ing. (FH) Ivo Livakovic, Ed. Züblin AG, Direktion Frankfurt, Bereich Roh- und Ingenieurbau. Martin von Tours, der dritte Bischof von Tours, und einer der bekanntesten Heiligen des Christentums, stand bei der Namensgebung des Bürogebäudes Pate. Wenige Minuten von der Messe Frankfurt entfernt, liegt der Tower an einer der am stärksten frequentierten Verkehrsachsen der Mainmetropole. Die Messe Frankfurt ist nur wenige Minuten entfernt, ebenso wie die Hauptverkehrsachsen der Stadt. „Das Konzept des flügelförmigen, 18-geschossigen Hochhauses mit einer über jeweils zwei Geschosse strukturierten Fassade sieht freigestaltbare Grundrisse vor – von Kombibüros, Multi-Space- oder Businesskonzepten bis hin zu Großraum- oder Zellenbüros“, so Livakovic weiter.
 

Gebäude der nächsten Generation
 
Ein Ausbauraster von 1,30 m, eine weitestgehende Stützenfreiheit sowie die nahezu vollständig tagesbelichteten Räume tragen zu einer flexiblen Flächennutzung bei. Modern wird sich auch die infrastrukturelle Ausstattung zeigen: Neben einer hohen Ausstattungs- und Gestaltungsqualität der Büroflächen ist eine energieeffiziente Kühlung durch standardmäßige Betonkernaktivierung vorgesehen. Um den Nachhaltigkeitsaspekten eines Bürogebäudes der nächsten Generation Rechnung zu tragen, hat der Bauherr das Projekt für eine DGNB-Zertifizierung angemeldet. Mit dem Gütesiegel werden insbesondere Kriterien wie ökologische Qualität, ökonomische Qualität, soziokulturelle und funktionale Qualität sowie technische Qualität, aber auch prozess- und standortbezogene Qualität bewertet.
 

Verzögerungen zu Beginn
 
Rund 24.185 m2 Fläche werden im St. Martin Tower nebst baulich angegliedertem St. Martin Wing für die potentiellen Mieter bereitstehen, wenn das Prestige-Objekt wie geplant Ende 2014 übergeben werden soll. Dass der Termin gehalten werden kann, liegt unter anderem an der guten Planung der Baupartner. „Vor allem die erste Bauphase war durch Unterbrechungen gekennzeichnet“, erinnert sich Oberpolier Michael Bellon, Ed. Züblin AG, Direktion Mitte, Bereich R 1. So stießen die Bagger während des Aushubs mehrfach auf Bomben aus dem letzten Weltkrieg, und die Arbeit des Kampfmittelräumdienstes und die Evakuierung der umliegenden Gebäude haben dann für mehrtägige Stillstände auf der Baustelle gesorgt. „In dieser Phase haben wir erste Überlegungen angestellt, wie wir den Bauablauf wieder beschleunigen und die verlorene Zeit wieder aufholen können“, so Bellon weiter. Schnell hat sich das Unternehmen von der ursprünglich geplanten konventionellen Erstellung des Rohbaus gelöst und ein alternatives Schalungskonzept entwickelt, das den Einsatz von Kletterschalung vorsah. „Nach intensiven Vorgesprächen mit verschiedenen Schalungsherstellern haben wir uns für ULMA als Baupartner entschieden“, erklärt Bauleiter Dipl.-Ing. Alec Brehm, Ed. Züblin AG, Direktion Mitte, „denn das Unternehmen aus Rödermark hat ein technisch sauberes und wirtschaftlich gutes Angebot unterbreitet.“
 

Zentrale Bedeutung für den Bauablauf
 
Gleichzeitig erarbeitete das Technische Büro Konstruktiver Ingenieurbau Stuttgart (TBK-S) – es unterstützt alle Konzernbereiche von Ed. Züblin bei der Angebotsbearbeitung und Ausführung auf sämtlichen Gebieten des Bauwesens – die technischen Grundvoraussetzungen für den Einsatz der Kletterschalung CR-250, die das Team von ULMA neben anderen Schalsystemen zur Baustelle lieferte. „Bei der Kletterkonsole CR-250 handelt es sich um ein System, das für den Einsatz mit Rahmenschalung oder Trägerschalung konzipiert ist“, erläutert Dipl.-Ing. Matthias Oeckel, Leiter Technik & Marketing, ULMA Betonschalungen und Gerüste GmbH. Sie verfügt als sichere und breite Hauptarbeitsbühne (b = 2,50 m) über eine hohe Tragfähigkeit. Betonierbühnen und Nachlaufbühnensystem sind ebenso integriert wie sichere Leiteraufstiege und Durchgänge. Die Konsole kann sowohl mit Kippgelenk am Vertikalträger der Schalung als auch mit Rückfahreinheit ausgestattet werden. Letztere erlaubt das Abrücken der Wandschalung um 70 cm. „Auch Bewehrungsarbeiten können somit sicher und komfortabel ausgeführt werden“, so Oeckel. Die Bedienung der Konsole erfolgt einfach und zuverlässig über mechanischen Kurbelantrieb, der wahlweise auch mit einem elektrischen Schrauber bedient werden kann.
 

Ein leistungsstarkes Paket
 
Komplettiert wird das Klettersystem von ULMA durch die Schachtbühne KSP, die im Wesentlichen aus Belag, Holzschalungsträger, SB-Träger (Stahlwandriegel) und daran abgebolzten Schachtbühnenköpfen besteht. Die Anpassung an verschiedenste Schachtquerschnitte erfolgt über die Schachtbühnenköpfe, die beidseitig 25 cm teleskopierbar sind. „Die Auflagerung der Bühne erfolgt auf den an der Wand angebrachten Klappkonsolen“, erklärt Projektleiterin Dipl.-Ing. M. Eng. Karla Bormann, ULMA Betonschalungen und Gerüste GmbH. „Beim Umsetzvorgang wird die Schwerkraftklinke der Klappkonsole durch die nach oben gezogene Schachtbühne hochgeklappt und fällt, nachdem der Schachtbühnenkopf sie vollständig passiert hat, selbständig in ihre Position. Durch nachfolgendes Absenken der Bühne ist die neue Einbauposition erreicht.“ Die Schachtinnenschalung ORMA kann nach dem Zusammenziehen der Schalungsseiten jeweils um 30 mm von der Wand abgerückt werden, wodurch anschließend die komplette Innenschalung umgesetzt werden kann. Das System hat bei der Erstellung des Rohbaus des St. Martin Towers einwandfrei funktioniert. „Die Elemente der Kletterschalung werden vor Ort montiert“, so Oberpolier Bellon, der in diesem Zusammenhang darauf hinweist, dass die Hinzuziehung eines von ULMA gestellten Richtmeisters dazu beigetragen hat, dass sich die Kletterschalung in den Regelgeschossen schnell eingespielt hat. „Das lief dann wie am Schnürchen“, so Bellon, „wobei wir den Kern im 7-Tage-Takt voraus hochgezogen haben und dann mit der Decke im 6-Tages-Takt hinterhergegangen sind. Alles war darauf ausgerichtet, dass Decke und Kern im 17. Obergeschoss zusammenkommen und die Bühnen abgehängt werden konnten.“ Das hat letztendlich so gut geklappt, dass die anfangs verlorene Bauzeit nicht nur wieder eingeholt, sondern noch unterschritten werden konnte.